Gundershofen

Gemäldeschau des verlorenen Sohns

In Gundershofen wurden am vergangenen Sonntag erstmals Gemälde des im Ort geborenen Künstlers Wolfgang "Sepp" Vees ausgestellt.

Autor: ELISABETH SOMMER | 28.08.2012

Foto:  SWP

Erste Ausstellung in Gundershofen: Joachim Vees zeigt ein Stillleben seines Vaters Wolfgang "Sepp" Vees. Foto: Elisabeth Sommer

Gemälde von Landschaften der schwäbischen Alb, Südtirols und Siziliens, aber auch Stillleben mit Äpfeln und Blumen von Wolfgang "Sepp" Vees waren am Sonntag im Pfarrgemeindesaal in Gundershofen zu sehen. Die Ausstellung war für Joachim Vees (73) die erste öffentliche Begegnung mit dem Geburtsort seines Vaters, dem Kunstmaler Sepp Vees, der 1908 im Gundershofen geboren worden war, ehe die Lehrerfamilie bereits vier Monate später wegzog.

Im Rahmen des Feuerwehrfestes und des Kunsthandwerkermarktes stellte der Sohn und Nachlassverwalter insgesamt 14 Gemälde seines Vaters aus: Ölgemälde, Kreidezeichnungen und Lithografien. "Die Ausstellung kam recht spontan zustande", räumte Joachim Vees ein. Erst kürzlich hatte die Gundershofener Kunstlehrerin Renate Urbanski den Kontakt aufgenommen, und bei einem Besuch wurde, wie berichtet, die Idee zur Ausstellung im Geburtsort gefasst.

Bis kurz vor dem Ausstellungswochenende war von einer eintägigen Gemäldeschau ohne Vernissage die Rede gewesen. Kurzfristig wurde dann noch eine Eröffnung mit einleitenden Worten angesetzt.

Ortsvorsteherin Doris Holzschuh sprach, und Sohn Joachim schilderte den Werdegang seines Vaters. Sepp Vees gehörte von 1929 an zur Stuttgarter Künstlergruppe "Neue Sezession". Im Nationalsozialismus galt seine Kunst als entartet, weswegen sich Vees dem Kunsthandwerk und insbesondere der Schaffung kunstvoller Bleiverglasungen widmete. Übrigens hatte er seinen Künstlernamen "Sepp" an der Akademie erhalten. "Das war so üblich - auch weil der Vorname Wolfgang als zu konservativ galt", begründete Joachim Vees.

Seine baldige Wiederkehr mit weiteren Gemälden des Vaters scheint möglich. "Wenn das gewünscht ist", sagte Joachim Vees, der in Weissach-Flacht lebt. Nach Flacht war auch sein Vater 1932 gezogen und hatte dort bis zu seinem Tod im Jahr 1989 gelebt.

Außer Sohn Joachim hatte "Sepp" Vees auch drei Töchter. Künstlerisch arbeiteten davon zwei, nämlich Brigitte als Weberin und Susanne als Dekorateurin. Die dritte Tochter, Barbara, war im Landeswirtschaftsministerium und in Brüssel tätig. Joachim Vees arbeitet als Maschinenbauingenieur.

Info Weitere Informationen zu Sepp Vees und auch zur Vees-Galerie in Flacht gibt es im Internet, unter:

www.galerie-sepp-vees.de